usentia.ch
Usentia · Interne Schulung

Vom Lead zum loyalen Kunden.

Wie wir bei Usentia komplexe Prozessoptimierung und KI-Integration verkaufen — strukturiert nach unserem bewährten Projekt-Workflow und der SPIN-Methode. Für jeden neuen Mitarbeiter, unabhängig vom Hintergrund.

Version 1.0 · Mai 2026
Zielgruppe Alle Sales- und Beratungs-Rollen
Dauer ca. 90 Minuten
Methodik SPIN + Workflow-basiert
01 · Grundlagen

Was wir wirklich verkaufen.

Usentia verkauft keine KI. Wir verkaufen Zeitgewinn, Klarheit und Skalierbarkeit — durch passgenaue Automatisierungen, optimierte Prozesse und gezielte KI-Integration. Die Technologie ist das Werkzeug. Das Ergebnis ist der Wert.

Unsere Zielgruppe

KMU und Einzelunternehmer, die spüren, dass etwas ineffizient läuft — aber oft noch nicht erkannt haben, dass Prozessoptimierung oder Automatisierung die Lösung ist. Der Erstkontakt kommt fast immer über Empfehlung (Word-of-Mouth). Das bedeutet: Vertrauen ist bereits da. Unsere Aufgabe ist es, dieses Vertrauen mit klarer Problemerkenntnis zu festigen.

Unsere Verkaufshaltung

Wir verkaufen nicht konfrontativ. Wir zeigen bessere Alternativen mit klaren Ergebnissen. Wir widersprechen nicht — wir demonstrieren. Unser Stil ist kurz, präzise, ergebnisorientiert. Wenn Details gefragt sind, liefern wir sie. Wenn nicht, halten wir uns kurz.

Der beste Verkäufer fragt mehr, als er erzählt. Wer das Problem versteht, verkauft die Lösung fast von selbst. Usentia Sales-Prinzip Nr. 1

Die drei Sales-Phasen im Überblick

Unser Verkaufsprozess folgt unserem Projekt-Workflow. Das ist kein Zufall — wer den Workflow versteht, versteht auch den Verkauf:

1
Verstehen

Problem hören · Bedarf eruieren · Lösung skizzieren

2
Validieren

Lösung mit Kunde abstimmen · Demo zeigen · Commitment einholen

3
Liefern

Übergabe · Onboarding · Bug-Feedback · Folgegeschäft

02 · Methodik

Die SPIN-Methode — unser Gesprächsleitfaden.

SPIN steht für vier Fragetypen, die in dieser Reihenfolge gestellt werden. Sie führen den Kunden vom vagen Unbehagen zur klaren Investitionsentscheidung — ohne Druck, ohne Überzeugungsarbeit.

S
Situation

Fakten und Status quo verstehen. Wie arbeitet der Kunde heute?

P
Problem

Schwierigkeiten, Frust, Engpässe aufdecken. Wo hakt es?

I
Implication

Auswirkungen sichtbar machen. Was kostet das Problem wirklich?

N
Need-Payoff

Den Kunden den Nutzen selbst aussprechen lassen.

Warum SPIN für Usentia funktioniert

Unsere Kunden wissen oft nicht genau, wo ihr eigentliches Problem liegt. Sie spüren nur, dass etwas zu viel Zeit kostet, zu fehleranfällig ist oder nicht skaliert. SPIN ist genau dafür gebaut: Es macht latente Probleme bewusst — und wandelt sie in konkrete Aufträge.

Wichtig: Reihenfolge zählt. Wer mit Need-Payoff-Fragen beginnt, wirkt wie ein Vertriebler. Wer mit Situations- und Problemfragen startet, wirkt wie ein Berater. Wir wollen Berater sein.

Beispiel-Dialog · Prozessoptimierung

Kunde: Steuerberater-Kanzlei, 8 Mitarbeiter

S: «Wie werden bei Ihnen aktuell Rechnungen an Kunden erfasst und abgelegt?»

P: «Wie oft passiert es, dass Belege nicht zugeordnet werden können oder doppelt erfasst werden?»

I: «Wenn jeder Mitarbeiter 30 Minuten pro Tag damit verbringt — was bedeutet das auf den Monat hochgerechnet für Ihre Kapazität?»

N: «Wenn diese Zeit frei würde — was könnten Sie damit machen? Mehr Mandate? Beratungsgespräche?»

03 · Workflow

Der Verkaufsprozess, Phase für Phase.

Jede Phase hat ein klares Ziel, definierte SPIN-Fragen und eine Checkliste. Hak die Punkte ab, während du das Material durcharbeitest — oder nutze es als Begleitwerkzeug im echten Gespräch.

Phase 01

Erstkontakt & Bedarfsanalyse

60–90 Min · Vor Ort oder Call
Ziel dieser Phase Das echte Problem identifizieren — auch wenn der Kunde es selbst noch nicht klar benennen kann. Vertrauen aufbauen. Erste Lösungsidee andeuten.

Vorbereitung

Da fast alle Leads über Empfehlung kommen, weisst du in der Regel wer empfohlen hat und warum. Nutze das. Erwähne den gemeinsamen Kontakt im Einstieg — das senkt die Schwelle und etabliert sofort Glaubwürdigkeit.

Situation · Status quo verstehen
  • Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?
  • Welche Tools und Systeme nutzen Sie aktuell?
  • Wie viele Mitarbeiter sind in welche Prozesse involviert?
  • Welche wiederkehrenden Aufgaben gibt es täglich, wöchentlich, monatlich?
  • Wo werden Daten erfasst, gespeichert, weitergegeben?
Problem · Schmerzpunkte aufdecken
  • Welche Aufgaben kosten überproportional viel Zeit?
  • Wo passieren häufig Fehler oder Missverständnisse?
  • Welche Prozesse fühlen sich «umständlich» an, ohne dass Sie genau wissen warum?
  • Wo arbeiten Mitarbeiter aneinander vorbei?
  • Was würden Sie morgen ändern, wenn Sie könnten?
Implication · Auswirkungen sichtbar machen
  • Wie viele Stunden pro Woche binden diese Aufgaben Ihr Team?
  • Was bedeutet das in Lohnkosten pro Monat?
  • Welche Aufträge müssen Sie ablehnen, weil die Kapazität fehlt?
  • Wie wirkt sich das auf die Kundenzufriedenheit aus?
  • Was passiert, wenn dieser Engpass in zwei Jahren noch besteht?
Need-Payoff · Nutzen verankern
  • Wenn diese Stunden pro Woche frei würden — wofür würden Sie sie nutzen?
  • Was wäre der Wert eines Prozesses, der fehlerfrei und automatisch läuft?
  • Wie würde sich Ihre Rolle verändern, wenn die Routine wegfällt?
  • Welchen Wettbewerbsvorteil hätten Sie?
Praxisbeispiel · Automatisierung

Sole Proprietor · Online-Shop für Naturkosmetik

Kundin beklagt sich über «viel Aufwand mit Bestellungen». Nach SPIN-Fragen wird klar: Sie überträgt manuell Bestellungen aus dem Shop in die Buchhaltung und ins Versand-Tool — 2 Stunden täglich. Das echte Problem ist nicht die Bestellabwicklung, sondern die fehlende Integration zwischen drei Systemen.

Lösung: Automatisierter Daten-Sync via API. Aufwand pro Bestellung: 0 Minuten. Kundin gewinnt 40 Stunden im Monat. Verkaufsargument schreibt sich selbst.

Checkliste Phase 01
Phase 02

Lösungsvalidierung & Angebot

30–60 Min · Folgetermin
Ziel dieser Phase Die in Phase 01 skizzierte Lösung mit dem Kunden konkret durchgehen, Missverständnisse vor Entwicklungsstart ausräumen, formelles Commitment einholen.

Warum Validierung der wichtigste Schritt ist

Das Validierungsgespräch ist Kernbestandteil unserer Prozessphilosophie. Es passiert vor jeder Zeile Code. Hier zeigen wir dem Kunden: Wir haben sein Problem verstanden — und so wollen wir es lösen. Wer hier sauber arbeitet, verhindert teure Korrekturen später und schafft Vertrauen für Folgeaufträge.

Validierungsfragen
  • Habe ich Ihr Problem richtig verstanden, wenn ich es so zusammenfasse: …?
  • Welcher Aspekt dieser Lösung ist Ihnen am wichtigsten?
  • Was würde diese Lösung scheitern lassen, wenn wir nicht aufpassen?
  • Wer in Ihrem Team muss diese Lösung später anwenden — und wissen die das?
Need-Payoff verstärken
  • Wenn diese Lösung in 4 Wochen läuft — was ändert sich für Sie konkret?
  • Welche Folgeprojekte würden möglich, sobald dieser Engpass weg ist?
Praxisbeispiel · KI-Integration

Beratungsfirma · Kundendokumente sortieren

In Phase 01 hat der Kunde gesagt, er brauche «irgendetwas mit KI». In Phase 02 zeigen wir konkret: Eingangs-E-Mails mit Anhängen werden automatisch klassifiziert, im richtigen Ordner abgelegt und in die Projekt-Datenbank verlinkt. Demo am echten Beispiel des Kunden, mit anonymisierten Daten.

Der Kunde sieht, was er bekommt. Keine abstrakten Versprechen. Keine Hype-Begriffe. Nur Ergebnis.

Checkliste Phase 02
Phase 03

Entwicklung & Mid-Project-Demo

2–6 Wochen je nach Tier
Ziel dieser Phase Den Kunden warm halten, Fortschritt sichtbar machen, Korrekturen früh ermöglichen. Vertrauen festigen.

Die Entwicklung liegt operativ bei Jan (extern) oder anderen Entwicklern. Der Sales-Mitarbeiter bleibt aber Single Point of Contact für den Kunden. Das ist wichtig: Der Kunde will eine Bezugsperson, kein Wechselspiel.

Bei der Mid-Project-Demo
  • Entspricht das, was Sie hier sehen, Ihrer Erwartung?
  • Gibt es Details, die wir noch anpassen sollten, bevor wir abschliessen?
  • Sehen Sie bereits, wie das in Ihren Alltag passt?
  • Wer aus Ihrem Team sollte beim Onboarding dabei sein?
Checkliste Phase 03
Phase 04

Übergabe, Onboarding & Bug-Feedback

1 Woche aktive Betreuung
Ziel dieser Phase Die Lösung im Alltag des Kunden verankern. Die einwöchige Bug-Feedback-Phase nutzen, um Vertrauen für Folgegeschäft aufzubauen.

Das Onboarding ist kein technischer Akt — es ist ein Verkaufsmoment. Hier sieht der Kunde zum ersten Mal, wie die Lösung in seinem Alltag wirkt. Hier entsteht die Geschichte, die er später weiterempfiehlt. Und Empfehlungen sind unser Hauptlead-Kanal.

Need-Payoff verankern · nach Lieferung
  • Was hat die Lösung bisher konkret verändert?
  • Welche Aufgaben sind weggefallen?
  • Wofür nutzen Sie die gewonnene Zeit?
  • Gibt es einen Prozess, den wir als nächstes anschauen sollten?
Wichtig · Folgegeschäft

Die Bug-Feedback-Woche ist eine Vertriebs-Goldgrube

Während du Bugs behebst, redest du täglich mit dem Kunden. Er ist gerade dabei, den Wert der Lösung zu erleben. Das ist der perfekte Moment, um zu fragen: «Was läuft in Ihrem Betrieb noch so ab wie früher?»

Aus jeder erfolgreichen Lieferung soll mindestens ein Folgegespräch oder eine Empfehlung entstehen.

Checkliste Phase 04
04 · Tiers

Die drei Usentia-Tiers im Verkaufsgespräch.

Tiers werden direkt im Erstgespräch genannt. Das schafft Klarheit, filtert Budgets früh und verhindert lange Schleifen. Lerne, sie sicher zu positionieren.

Wann welcher Tier?

Die Tier-Auswahl ergibt sich aus drei Faktoren: Komplexität des Problems, Anzahl betroffener Prozesse, gewünschter Automatisierungsgrad. Frage SPIN-basiert ab, nicht nach Budget. Das Budget kommt aus der Implication-Phase von selbst.

Tier 01

Basic

Konzept und Analyse. Klarer Bericht über Optimierungspotential und konkrete Handlungsempfehlung.

  • Problemanalyse
  • Lösungsbericht
  • Umsetzungsempfehlung
  • Ohne Entwicklung
Tier 03

Enterprise

Vollautomatisierter Workflow über mehrere Systeme. Mehrere Prozesse, mehrere Integrationen, langfristige Begleitung.

  • Alles aus Advanced
  • Multi-System-Workflow
  • API- & KI-Integration
  • Erweitertes Support-Paket

Tier-Sprache im Gespräch

Wir nennen die Tiers nicht als Preisliste, sondern als Lösungsbreite. Beispiel:

«Wir können bei Ihnen drei Wege gehen: Wenn Sie zuerst Klarheit wollen, machen wir eine Analyse. Wenn Sie diesen einen Prozess automatisieren wollen, bauen wir Ihnen die Lösung. Wenn Sie mehrere Prozesse über Systeme hinweg verbinden wollen, planen wir das als grösseres Projekt. Was passt zu Ihrer Situation?»
05 · Einwände

Die vier häufigsten Einwände — und wie wir reagieren.

Einwände sind keine Ablehnung. Sie sind Signale, dass der Kunde mitdenkt. Reagiere nie konfrontativ — frage zurück, validiere, zeige Alternativen.

Das läuft doch alles. Brauchen wir das wirklich?

Was dahinter steckt: Fehlendes Problembewusstsein. Der Kunde sieht das Problem nicht — meist, weil er es sich angewöhnt hat. Routine wirkt unsichtbar.

Strategie · Implication aktivieren

Frage nach konkreten Zahlen, die das Problem unbestreitbar machen. Mache die Kosten der Nicht-Veränderung sichtbar.

«Verstehe — wenn es läuft, gibt es scheinbar kein Problem. Können wir kurz durchrechnen: Wenn Ihr Team 4 Stunden pro Woche mit Aufgabe X verbringt, sind das 200 Stunden im Jahr. Bei 80 CHF Stundensatz reden wir von 16'000 CHF. Wenn wir das auf eine Stunde reduzieren — was wäre Ihnen das wert?»

KI ist mir zu unsicher. Was passiert mit unseren Daten?

Was dahinter steckt: Berechtigte Sorge um Datenschutz und Kontrolle. Besonders in DACH und der Schweiz. Wer hier verharmlost, verliert.

Strategie · Transparenz und konkrete Massnahmen

Vermeide vage Aussagen wie «höchste Standards». Nenne spezifische Massnahmen: Schweizer Hosting, DSG-Konformität, On-Premise-Optionen, klare Datenflüsse, Verträge.

«Eine sehr wichtige Frage. Bei Usentia arbeiten wir mit Schweizer Servern, DSG-konform. Bei sensiblen Daten setzen wir On-Premise- oder selbst-gehostete KI-Modelle ein. Wir zeigen Ihnen vor Vertragsabschluss genau, welche Daten wohin fliessen. Möchten Sie sich das jetzt anschauen?»

Das ist mir zu teuer.

Was dahinter steckt: Selten ein echter Preisproblem. Meist ein fehlender Wertbezug oder eine fehlende Implication. Der Kunde sieht die Kosten der Lösung, aber nicht die Kosten der Nicht-Lösung.

Strategie · Wert statt Preis verhandeln

Niemals rabattieren. Stattdessen zurück zu den Zahlen aus der Implication-Phase. Oder den Tier wechseln — kleinerer Scope, gleicher Wertbeitrag.

«Verstehe. Lassen Sie uns kurz vergleichen: Wir haben vorhin festgestellt, dass dieses Problem Sie 16'000 CHF im Jahr kostet. Unser Angebot rechnet sich in 4 Monaten und läuft danach kostenlos weiter. Wenn das Budget heute nicht reicht — wir können auch mit dem Basic-Tier starten und schrittweise erweitern.»

Lassen Sie uns das nächstes Quartal nochmal anschauen.

Was dahinter steckt: Prokrastination. Oft eine höfliche Form der Absage — oder fehlende Dringlichkeit. Manchmal aber auch ein echter zeitlicher Engpass.

Strategie · Kosten des Wartens sichtbar machen

Frage, was sich bis dahin ändert. Frage, was der Auslöser für eine Entscheidung wäre. Biete eine kleinere Stufe an, um den Einstieg zu erleichtern.

«Klar, das verstehe ich. Eine Frage: Wenn wir heute nichts ändern, kostet Sie das Problem in den nächsten 3 Monaten rund 4'000 CHF. Was würde sich bis Q3 ändern, das die Entscheidung dann einfacher macht? Vielleicht starten wir mit einer Analyse — die hilft Ihnen auch dann, wenn Sie später entscheiden, in Eigenregie umzusetzen.»
06 · Abschluss

Die fünf Prinzipien, die du nie vergessen sollst.

01
Fragen schlägt erzählen

Der beste Sales-Termin ist einer, in dem der Kunde 70% redet.

02
Beraten, nicht überreden

Wir zeigen Ergebnisse. Wir widersprechen nie. Wir demonstrieren bessere Wege.

03
Validierung vor Entwicklung

Kein Auftrag ohne dokumentierte Lösungs-Validierung mit dem Kunden.

04
Konkret statt vage

Spezifische Zahlen, Schweizer Hosting, konkrete Massnahmen — keine «höchsten Standards».

05
Empfehlung als Folgeschritt

Jedes erfolgreiche Projekt soll mindestens eine Empfehlung oder einen Folgeauftrag bringen.

Wir verkaufen keine Technologie. Wir verkaufen einen besseren Arbeitstag. Usentia Sales-Prinzip Nr. 2

Nächste Schritte für dich

Drucke dir die Checklisten aus oder lass diese Schulungsseite während deiner ersten drei Kundengespräche offen. Nach jedem Gespräch: kurze Selbstreflexion — welche SPIN-Frage hat besonders gewirkt? Welche Phase fühlte sich unsicher an? Bring deine Beobachtungen ins nächste Teammeeting.

Die Schulung ist ein lebendes Dokument. Wenn du Lücken oder neue Einwände erlebst — meld dich. Wir entwickeln sie gemeinsam weiter.